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Deutschland und Italien – die bilateralen Beziehungen

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Deutschland und Italien – die bilateralen Beziehungen

Die deutsch-italienischen Beziehungen

Italien und Deutschland sind miteinander durch ein vielseitiges Netz intensiver und freundschaftlicher Beziehungen verbunden. Der Austausch im politischen Bereich ist eng und vertrauensvoll. Wirtschaftlich gehören Deutschland und Italien füreinander jeweils zu den wichtigsten Partnern bei Handel und Investitionen. Und für die deutsche Kulturpolitik im Ausland ist Italien bedeutendstes Schwerpunktland. In keinem anderen Staat unterhält die Bundesrepublik Deutschland eine derartige Fülle herausgehobener Kultureinrichtungen wie in Italien.

Die gute Zusammenarbeit zwischen Italien und Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten durch bedeutende gemeinsame Initiativen dokumentiert. Zunächst war die Republik Italien das erste Land, mit dem die junge Bundesrepublik volle diplomatische Beziehungen aufnehmen konnte. Die Akkreditierung Dr. Clemens von Brentanos am 01.06.1951 als ersten Botschafter, den die Bundesrepublik entsenden konnte, markierte so einen wichtigen Schritt zur internationalen Akzeptanz Deutschlands nach dem Krieg.

In den fünfziger Jahren waren Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer gemeinsam mit Robert Schuman die Wegbereiter der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Ihre Weiterentwicklung zur heutigen Europäischen Union wurde an allen entscheidenden Wegmarken durch den Gleichklang italienischer und deutscher Europapolitik nachdrücklich unterstützt. Gemeinsamkeit besteht auch bei den aktuellen Zielen der europäischen Politik. Italiener und Deutsche sind sich einig in der nachdrücklichen Befürwortung der Vertiefung und Erweiterung der Europäischen Union.

Die deutsch-italienischen politischen Kontakte gestalten sich äußerst vielfältig. Wie in den Gemeinsamen Erklärungen zwischen den damaligen Regierungschefs Kohl und De Mita 1988 sowie den Außenministern Kinkel und Agnelli 1995 festgelegt, finden regelmäßige Konsultationen sowohl zwischen den Regierungschefs als auch den Fachministern statt. In den Jahren 1998 und 1999 trafen die Regierungschefs bilateral fünfmal zusammen (1998: 20.01. Prodi/Kohl in Rom, 03.06. Prodi/Kohl in Bologna, am 27. 11. Schröder/D’Alema in Bonn – 1999: 17.03. in Rom, 17./18.05. in Bari).

Die letzten deutsch-italienischen Konsultationen fanden am 17./18.05.1999 in Bari (Provinz Apulien) unter Leitung der beiden Regierungschefs Schröder und D’Alema statt. Das Treffen bestätigte den Geist der Kooperation zwischen der deutschen und der italienischen Regierung. Die Gespräche waren beherrscht durch die Kosovokrise und die gemeinsame Friedenssuche.

Nach Amtsantritt der neuen Bundesregierung besuchte Außenminister Fischer wiederholt Rom (16./17.11.1998, 28. 11. 1998 und 16. 12. 1998, 03.10.1999 und 07.04.2000). Außenminister Fischer nahm auch an den letzten deutsch-italienischen Konsultationen in Bari teil. Den Tag der deutschen Einheit 1999 hat Außenminister Fischer in Rom begangen. Auf Einladung Fischers fand am Abend ein Konzert der Orchester-Akademie des Berliner Philharmonischen Orchesters und der Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter der Leitung von Cord Garben statt. Im Rahmen seines Besuchs in Rom ist Außenminister Fischer auch mit Staatspräsident Ciampi, Ministerpräsident D´Alema und Außenminister Dini zusammengetroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die deutsch-italienischen Beziehungen, europapolitische Fragen sowie aktuelle außenpolitische Themen – vor allem die Zusammenarbeit in internationalen Organisationen, die Entwicklung in Osttimor und die Lage im Kosovo.

Zuletzt besuchte Außenminister Fischer Rom am 06./07.04.2000. Anlaß des Besuchs war die Teilnahme an der 3. Deutsch-italienischen Botschafterkonferenz zu dem Thema „Transkaukasus und Zentralasien, Probleme und Perspektiven”. Die ersten beiden deutsch-italienischen Botschafterkonferenzen fanden 1991 (Venedig) und 1993 (Karlsruhe) statt. Bei dieser Gelegenheit führten die Außenminister Fischer und Dini auch ein bilaterales Gespräch. Die Botschafterkonferenz hat wichtige Denkanstöße für die deutsche, italienische und gemeinsame europäische Außenpolitik im Transkaukasus und in Zentralasien erbracht.

Auch der Präsident der Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, besuchte auf Einladung des Präsidenten der italienischen Abgeordnetenkammer, Luciano Violante, vom 07.03. bis zumm 11.03.2000 Italien. Bei den Gesprächen der beiden Parlamentspräsidenten handelte es sich vornehmlich um einen Gedanken- und Erfahrungsaustausch zur heutigen Rolle der nationalen Parlamente in der Zeit der Globalisierung und fortgeschrittenen europäischen Integration. Wolfgang Thierse wurde während seines Besuchs in Rom auch von Staatspräsident Ciampi, von Ministerpräsident D´Alema und von Senatspräsident Mancino empfangen. Daneben findet auch unter Parlamentariern ein reger Besuchsaustausch statt (zuletzt u.a. Besuch der Deutsch-italienischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages vom 26.03. bis 01.04.2000 in Rom und Parlermo).

Die Liste der Staatsbesuche der Bundespräsidenten in Italien und der Präsidenten Italiens in Deutschland sowie deren offizielle Treffen ist lang und gleichfalls Ausdruck der besonderen bilateralen Beziehungen. Nach dem II. Weltkrieg hielt sich als erster italienischer Staatspräsident Gronchi vom 06.02. – 09.02.1956 in Bonn auf.

Die beiden im Mai 1999 neugewählten Staatsoberhäupter, Staatspräsident Ciampi und Bundespräsident Rau, kamen erstmals am 14. Juli 1999 in Berlin zu einer ersten Begegnung zusammen. Die Tatsache, daß Staatspräsident Ciampi als Ziel seiner ersten offiziellen Auslandsreise Deutschland wählte, dokumentiert die hohe politische Bedeutung, die beide Seiten dem deutsch-italienischen Dialog beimessen. Bundespräsident Rau reiste seinerseits am 08. und 09. Juli 2000 auf Einladung von Staatspräsident Ciampi zu einem inoffiziellen Besuch nach Palermo. Ein Schwerpunkt der Gespräche der Präsidenten war ein Gedankenaustausch über die Zukunft der Europäischen Union und die Frage ihrer verfassungsmässigen Ordnung.

Neben den regelmäßigen Begegnungen nutzen Politiker, Wirtschaftsvertreter und Wissenschaftler auf beiden Seiten eine Reihe von unabhängigen Foren zum kontinuierlichen Gedankenaustausch. Insbesondere dient dazu das „Deutsch-Italienische Gesprächsforum”, das durch die Gemeinsame Erklärung von 1988 ins Leben gerufen wurde. Die jüngste Veranstaltung des Forums fand in Mailand am 12./13. März 1999 statt. Thema des Forums war „Die Europäische Union als internationaler Akteur: deutsche und italienische Interessen”. Auch die Villa Vigoni am Comer See ist häufig Tagungsort bilateraler Seminare und Konferenzen. Auch die in Rom vertretenen politischen Stifungen – Friedrich-Ebert-Stiftung und – bis zu ihrer Schließung Ende 1999 – Konrad-Adenauer-Stiftung – leisten wichtige Beiträge zum Gedankenaustausch der Persönlichkeiten beider Länder.

Die vertrauensvollen politischen Beziehungen sind auch Ausdruck des intensiven gesellschaftlichen Austausches zwischen den beiden Ländern. In Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung und nicht zuletzt im Tourismus besteht eine enge wechselseitige Verflechtung, die einen laufenden direkten Erfahrungsaustausch zwischen den Bürgern vermittelt. Die Informationen und Anregungen auf dieser Homepage sollen dazu dienen, dieses Netz einer noch breiteren Nutzung zu erschließen und damit auch für die Zukunft weiterzuentwickeln.

Filmverleih Studio Rock

Studio Rock ist exklusiv mit dem nichtgewerblichen Vertrieb von audiovisuellen Produktionen des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung in Italien betraut. Partner von Studio Rock sind in erste Linie Schulen, Kommunen, private oder staatliche Bildungseinrichtungen sowie private und öffentlich-rechtliche Fernsehgesellschaften.

Studio Rock ist daneben auch für Inter Nationes tätig und verleiht deren Filme in italienischer Sprache gleichfalls an private und staatliche Einrichtungen und private Fernsehgesellschaften.

Seit seiner Gründung im Jahre 1965 durch Herrn Otto Ernst Rock gehört es zu den wichtigsten Aufgaben des Studios, mit Hilfe des Mediums Film, einem interessierten Publikum in Italien Informationen über Deutschland anzubieten und kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Die von Studio Rock vertriebenen Filme behandeln dabei die unterschiedlichsten Themen. In erster Linie vermitteln sie Informationen aus den Bereichen Soziales, Wissenschaft, Umwelt, Technik und Geschichte: sie sind als VHS-, U-Matic- und Betacam-Kassetten erhältlich, vereinzelt auch noch als 16mm-Kopien.

In der Anfangszeit seines Bestehens lag der Schwerpunkt der Tätigkeit von Studio Rock fast ausschließlich in der Zusammenarbeit mit Schulen, die auch heute noch gerne auf das breitgefächerte Informationsangebot zurückgreifen. Im Jahre 1984 wurde Studio Rock von Frau Jutta Mastandrea übernommen und in „Studio Rock di Jutta Mastandrea” umbenannt. Seit dieser Zeit wurde die Tätigkeit des Studios auf die Zusammenarbeit mit dem Fernsehsektor ausgedehnt.

Alle von Studio Rock verliehenen Filme sind in italienischer Sprache, die Ausleihe ist kostenlos. Speziell für das Fernsehen erscheint monatlich eine neue Ausgabe des „Deutschlandspiegel” von ca. 15 Min. Dauer mit jeweils 4-5 kurzen Beiträgen über aktuelle Ereignisse in Deutschland.

Der aktuelle Katalog sowie weitere Informationen können unmittelbar bei Studio Rock unter der nachstehenden Anschrift angefordert werden:

2 thoughts on “Politik

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